Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät

Informationen und Anregungen zur digitalen Lehre

(Arbeitskreis Digitale Lehre der KSBF, Stand: 16.04.2020)


Auf diesen Seiten haben wir Informationen zur digitalen Lehre, Umsetzbarkeit und allgemeine Rahmenempfehlungen zusammengetragen. Bitte beachten Sie, dass die Seiten aktualisiert werden.

1. Aktueller Stand zur Lehre im Sommersemester 2020

Berlinweit beginnt das Sommersemester am 20.04.2020. An diesem Tag kommunizieren die Lehrenden den angemeldeten Studierenden die Zulassungsformalitäten, das zur Anwendung kommende digitale Format der Lehrveranstaltung, die zu erbringenden Studienleistungen und verweisen für die weitere Kommunikation auf die Moodle-Plattform (Moodle-Passwort erforderlich). Nach Auffassung des Dekanats der KSBF haben die Lehrveranstaltungen spätestens am 04.05.2020 zu beginnen.

In Anbetracht des Verlaufs der Pandemie wird die Lehre im Sommersemester ausschließlich digital erfolgen; für das gesamte Sommersemester einschließlich der vorlesungsfreien Zeit können  k e i n e  Formate mit Praxisanteilen, Praktika, Exkursionen etc. angeboten werden. Es gibt derzeit noch keine verbindliche Äußerung des Landes Berlin zu einem möglicherweise verlängerten Ende des Semesters und einem entsprechend späteren Start des Wintersemesters - bis dahin wird empfohlen, die Lehrveranstaltungen bis zum regulär kommunizierten Ende der Vorlesungszeit (18.07.2020) zu planen.

2. Empfehlungen zur Vorbereitung digitaler Lehre an der KSBF

Die Online-Lehre ist für die meisten Personen an der Fakultät eine neue Situation.
Es ist uns wichtig, dass wir als Lehrende und Studierende gemeinsam Folgendes herstellen:

  1. Gemeinschaft (Austauschmöglichkeiten für die Seminarteilnehmer*innen),
  2. zeitliche Struktur (definierte Termine, Fristen etc.),
  3. Dialogizität (z.B. Feedbackschleifen, Chat bei synchronen Veranstaltungen, Telefonberatung) und
  4. Verbindlichkeit (klar kommunizierte Aufgaben, Erstellung von Beiträgen etc.).

Wenn wir das immer wieder neu schaffen, können wir gemeinsam inhaltliches Wissen erarbeiten. Diese Prinzipien sind in allen Lehrveranstaltungen transparent zu machen.

Inklusive Lehre

Bitte achten Sie bei der Planung und Durchführung digitaler Lehrangebote unbedingt darauf, dass diese inklusiv ausfallen. Erfragen Sie bitte auf eine sensible Art und Weise, ob alle Hörer*innen von Vorlesungen und alle Teilnehmer*innen an Seminaren und Übungen ein internetfähiges mobiles Gerät oder einen PC zu Hause zur Verfügung haben. Sollte dies nicht gegeben sein, überlegen Sie sich mögliche andere Formen, wie die Studierenden an den Lehrveranstaltungen teilnehmen könn(t)en.

Beachten Sie, dass Studierende mit Behinderungen besondere Bedürfnisse in der Darbietung der digitalen Lehrinhalte haben: Achten Sie bei der Erstellung darauf, dass die Audioqualität und Sprachverständlichkeit entsprechend gut sind, verwenden Sie wenn möglich Untertitel für Personen mit Hörbeeinträchtigungen und Farbschemata, die von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen gut wahrgenommen werden können (u. a. rot-grün-Sehschwäche etc.).

Es sollte auch bedacht werden, dass sich einige Studierende aus anderen Zeitzonen (Türkei, China, u.a.) zuschalten müssen oder andere Menschen betreuen.

Urheber- und Persönlichkeitsrechte

Eine besondere Herausforderung im Zuge digital angebotener und wahrgenommener Lehrveranstaltungen ist die Wahrung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten aller Teilnehmer*innen (Recht am eigenen Bild, Schutz des eigenen Gedankenguts, "Recht auf Vergessen" etc.). Klären Sie unbedingt vorab, ob (Video-, Audio-)Aufnahmen erlaubt sind.

Weisen Sie darauf hin, dass alle zur Verfügung gestellten Medien dem Urheberrecht unterliegen und nur für Studienzwecke gebraucht werden dürfen und nicht weiterverbreitet und an Dritte herausgegeben werden dürfen. Es sollte von den Lehrenden eingangs unmissverständlich kommuniziert werden, dass das unbefugte Mitschneiden der Lehrveranstaltung eine Rechteverletzung darstellt und daher untersagt ist.

Synchrone vs. asynchrone Lehre

Prüfen Sie vorab, ob Ihr Lehrformat als termingebundene Präsenzveranstaltung (synchron) und/oder als aufgezeichnetes Format (asynchron) zur Verfügung gestellt werden kann. Letzteres wird nicht nur Studierende mit häuslicher Kinderbetreuung und mit beruflichen Tätigkeiten in systemrelevanten Berufen interessieren. In der Regel ist die Kombination von synchronen und asynchronen Anteilen sinnvoll.

3. Empfehlungen zur praktischen Durchführung von digitalen Lehrformaten

Nachfolgend haben wir einige Empfehlungen zur Durchführung digitaler Lehrformate zusammengestellt. Für den ersten allgemeinen Absatz danken wir besonders Prof. Petra Anders von der Grundschulpädagogik/Deutsch für den Input.

Allgemeine Empfehlungen:

  • - das Kick-Off sollte bei Online-Angeboten immer persönlich sein (z. B. kleines Video der Lehrenden)
  • - digitale Lehre sollte als ein schöpferisches Erprobungsfeld für Lehrende und Studierende kommuniziert werden, was eine wechselseitige Toleranz und Fehlerkultur voraussetzt
  • - Online-Lehre sollte nicht überladen werden (meist ist der Workload viel höher, da dort Links und Texte angeboten werden und die Studierenden dann sehr viel durcharbeiten müssen)
  • - die Lehrveranstaltung sollte möglichst wöchentlich erfolgen, damit sich nicht am Ende zu viel Stoff anhäuft
  • - Etablierung einer Feedback-Kultur entweder durch die Lehrenden stichprobenartig oder durch die Studierenden untereinander (niemand möchte für den „luftleeren Raum“ produzieren)
  • - auf Familienfreundlichkeit ist zu achten (Rücksicht auf Kinderbetreuung, Homeschooling etc.)

Empfehlungen für die Durchführung synchroner Lehrformate:

  • - Einstieg in jede synchrone Sitzung mit einer Frage nach technischem Funktionieren (können alle mich hören/sehen, sich äußern?) beginnen; in der ersten Sitzung u. U. auch Abfragen von Zeitzonen/Orten und des Endgerätes/Betriebssystems
  • - digitale Lehre hat eine deutlich kürzere Aufmerksamkeitsspanne als analoge Formate. Phasen des Inputs von max. 15-20 Minuten und dialogische Phasen sollten unbedingt einander abwechseln. Ein solcher Duktus sollte durch die Lehrenden und die referierenden Studierenden vorab kommuniziert und auch verbindlich eingehalten werden
  • - bei großeren Lehrveranstaltungen ist es wegen des Datenvolumens ratsam, für die Phasen des Inputs von Lehrenden oder referierenden Studierenden die Zuhörenden vorab um das Abschalten ihres Mikrofons zu bitten
  • - ggf. Etablierung eines Buddy-Systems von zwei Personen für das gesamte Semester, das der Kommunikation mit dem/der Banknachbar*in entspricht (kleine Rückfragen zu zweit abklären, bevor man in der Gruppe [im Gruppenchat] fragt)
  • - anstelle spontaner Gruppen für Gruppenarbeit feste Gruppen für den gesamten Semesterverlauf zusammenstellen, die dann immer gemeinsam Texte erarbeiten und vorstellen, Referate erarbeiten o.ä.
  • - im Sinne der aktiven Teilnahme können rotierend Aufgaben wie die Betreuung des Chatboards an einzelne Studierende vergeben werden.
  • - verschiedene Lerntypen (visuell, auditiv, kinetisch, haptisch) sollten auch weiterhin aktiviert werden, z.B. durch visuelle Check-ins, Mitbringen von Objekten, Bewegungsaufgaben bei abgeschalteter Kamera, Audio-Inputs und -Aufgaben, z.B. Erstellen von Audio-Essays oder Podcasts.
  • - offener Rücklauf sollte am Ende jeder Online-Sitzung abfragen: Was hat gut funktioniert und sollte ausgebaut werden, was ging gar nicht und sollte abgeschafft werden, was war erträglich?