Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät

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Fakultätspreis für gute Lehre der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät 2025


Auch im Jahr 2025 wird die Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät hervorragende Hoch-schullehre auszeichnen. Die Fakultät schreibt daher mit Unterstützung des Präsidiums erneut den Fakultätspreis für gute Lehre aus.

Nominiert werden können Lehrveranstaltungen der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät. In diesem Jahr möchte die Kommission für Lehre und Studium erstmals zusätzlich ein studentisch konzipiertes und durchgeführtes Lehrprojekt würdigen. Nominiert werden können daher in diesem Jahr auch Projekttu-torien und BUA-X-Tutorien.

Die Kommission für Lehre und Studium der Fakultät hat beschlossen, den Preis für gute Lehre in diesem Jahr für Lehrveranstaltungen auszuschreiben, die durch eine herausragende Diskussionskultur überzeugen.

In einer heterogenen Gesellschaft mit Spannungsfeldern und divergierenden Überzeugungen spielt der konstruktive und sachliche Diskurs eine entscheidende Rolle. Die Fähigkeit, respektvoll und faktenbasiert zu kommunizieren, ist essentiell, um Brücken zu bauen und ein tiefes Verständnis für unterschiedliche Perspektiven zu fördern. Für den akademischen Bereich bedeutet dies, eine Diskussionskultur zu entwickeln, die kritisches Denken, Offenheit und Zusammenarbeit stärkt.

 

Kriterien

Mit diesem Preis möchte die Kommission für Lehre und Studium Lehrveranstaltungen würdigen, die in herausragender Weise

  • Studierende zur konstruktiven und vertieften Auseinandersetzung mit verschiedenen Perspektiven motiviert,
  • innovative Methoden und Formate entwickelt haben, um die Kommunikation und den Dialog in ihren Lehrveranstaltungen zu fördern,
  • eine inklusive und wertschätzende Arbeitsatmosphäre sowie einen sicheren Raum für Diskussionen und Meinungsaustausch schaffen,
  • kritisches Denken und Umgang mit Vielfalt fördern und
  • eine besondere Feedback- und Evaluationskultur leben.

 

Das Preisgeld von insgesamt 2.000 Euro können die Preisträger:innen unter Beachtung der aktuellen Haushaltsrichtlinien für Lehr- oder Forschungszwecke einsetzen.

 

Bewerbung und Vergabe

Nur eine Gruppe von mindestens drei Studierenden kann eine Lehrveranstaltung nominieren. Dabei sollen die oben aufgeführten Kriterien berücksichtigt werden.

Geeignete Lehrveranstaltungen aus dem Wintersemester 2024/2025 und dem Sommersemester 2025 können bis zum 17. Oktober 2025 über das Studiendekanat der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät (per E-Mail: studiendekanat.ksbf[at]hu-berlin.de) vorgeschlagen werden.

Nominierte Lehrende werden gebeten, eine Stellungnahme zu Aspekten ihres didaktischen Konzepts bis zum 10. November 2025 einzureichen.

Über die Vergabe des Preises entscheidet der Fakultätsrat im Januar 2026 nach Vorschlägen durch die Kommission für Lehre und Studium auf der Grundlage der Besprechung der Nominierungen im Rahmen der Sitzung der Kommission für Lehre und Studium im November 2025.

 

Preisträger:innen des Fakultätspreises für gute Lehre 2025

 

Von links nach rechts: Dr. Liesbeth Schoonheim, Studiendekan Prof. Dr. Henning Klöter, Katharina Obens, Dr. Frederik Grave-Gierlinger

 

Der Fakultätsrat verlieh in seiner Sitzung am 17. Juni 2026 feierlich den Fakultätspreis für gute Lehre 2025 der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät. Die Preisträger:innen wurden mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 666,66 Euro ausgezeichnet.

 

Dr. Liesbeth Schoonheim

Das Seminar „Key Concepts in Radical Democracy“ zeigt in besonderer Weise, wie Diskussionskultur nicht nur thematisiert, sondern praktisch erprobt und gemeinsam gestaltet werden kann.
Anstelle eines vorgegebenen Lernpfades setzt die Veranstaltung auf einen student-designed teaching-Ansatz, in dem Studierende aktiv Verantwortung für Struktur, Inhalte und Fragestellungen übernehmen.
Unterschiedliche Positionen und kontrollierte Irritationsmomente werden bewusst genutzt, um produktiven Dissens auszuhalten und demokratische Aushandlungsprozesse erfahrbar zu machen, ohne eine konflikthafte Atmosphäre zu erzeugen.
Ergänzend sorgen spielerische und aktivierende Elemente dafür, dass Studierende niedrigschwellig in komplexe theoretische Diskussionen einsteigen und diese gemeinsam weiterentwickeln.


 Katharina Obens

Die Lehrveranstaltung „Diskriminierungssensible Lehrkräftebildung und Prävention von Radikalisierung in Schulen“ zeigt in besonderer Weise, wie unterschiedliche Lehrformate zu einem Diskussionsraum verbunden werden können. Als Ringvorlesung und zugleich Masterseminar eröffnet sie einen halböffentlichen Rahmen, der die Reichweite und Vielstimmigkeit einer Vorlesung mit der intensiven, vertrauten Atmosphäre eines MA-Seminars kombiniert. Das Format wurde partizipativ mit einer Gruppe von zehn Studierenden entwickelt, die aktiv an der Gestaltung von Themen, Abläufen und Diskussionselementen beteiligt waren.
Die Veranstaltung behandelt ein gesellschaftlich hoch relevantes Feld und arbeitet vielperspektivisch, sensibel und handlungsorientiert. Die dialogische Anlage ermöglicht einen differenzierten Austausch über komplexe und potenziell kontroverse Inhalte. Die Lehrveranstaltung schafft einen geschützten Raum für sensible Diskussionen und ermöglicht Perspektivwechsel und Haltungsarbeit in einem klar strukturierten, partizipativen Rahmen.


Dr. Frederik Grave-Gierlinger

Die Vorlesung „Elemente der Geometrie für Zertifikat“ zeigt, wie eine einführende mathematische Lehrveranstaltung zu einem offenen und wertschätzenden Austausch über unterschiedliche Zugänge zu mathematischen Fragestellungen werden kann.
Im Mittelpunkt steht eine Haltung, die verschiedene Denkwege zulässt und Studierende ermutigt, Überlegungen und Lösungsansätze einzubringen, ohne den Fokus auf „richtig“ oder „falsch“ zu legen. Das gemeinsame philosophische Nachdenken über mathematische Probleme eröffnet neue Perspektiven auf das Fach und ermöglicht Lernprozesse, die über die reine Wissensvermittlung hinausreichen.
Mit dem Einsatz von rich-mathematical tasks wird ein Arbeitsansatz genutzt, der sowohl in der universitären Ausbildung als auch in Schulen gut übertragbar ist und dort dringend benötigte Formen des forschenden Lernens stärkt. Für viele Studierende entsteht dadurch ein Perspektivwechsel auf Mathematik, in dem die Freude an der eigenständigen Auseinandersetzung mit Problemen und das gemeinsame Weiterdenken zentral werden.


 

Stand: 7. Juli 2026