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Humboldt-Universität zu Berlin - Philosophische Fakultät

Was ist sexualisierte Diskriminierung und Gewalt?


Beratung und Hilfe finden Sie hier.


„Die Humboldt-Universität fördert die gleichberechtigte und respektvolle Zusammenarbeit von Männern und Frauen in allen Bereichen und trägt dafür Sorge, ein für alle zuträgliches Arbeitsklima zu schaffen und zu erhalten. Sie ist bemüht, die Wahrung der Persönlichkeitsrechte aller Universitätsangehörigen sicherzustellen. Dies impliziert auch den Schutz vor sexueller Belästigung.“

Grundsätze im Umgang mit sexueller Belästigung,
Humboldt-Universität zu Berlin, Januar 2008


Sexualisierte  Diskriminierung  und  Gewalt  bezeichnet  ein Verhalten,  das  gegen  die  körperliche  und  seelische  Integrität des Gegenübers gerichtet ist und mit der Geschlechtlichkeit sowohl des Täters/der Täterin wie auch des Opfers in Zusammenhang steht. Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt  hat  wenig  mit  Sexualität,  sondern  mit  dem  Macht und Kontrollbedürfnis der Täter/der Täterinnen zu tun. Aus diesem  Grund  wird  bevorzugt  von  „sexualisierte  Diskriminierung“ anstatt „sexuelle Belästigung“ gesprochen.
Sexualisierte  Diskriminierung  und  Gewalt  stellen  eine  Verletzung der Persönlichkeitsrechte und einen Angriff auf die Würde der Betroffenen dar. Sexualisierte  Diskriminierung  und  Gewalt  richtet  sich  vor allem gegen Frauen, unabhängig von Alter, Aussehen, Kleidung,  sozialer  Herkunft,  Religionszugehörigkeit  etc.  Das entspricht  nach  wie  vor  dem  hierarchischen  Geschlechterverhältnis in unserer Gesellschaft.  
Sexualisierte  Diskriminierung  und  Gewalt  ist  immer  noch ein tabuisiertes Thema, so dass es den Betroffenen schwer fällt,  darüber  zu  sprechen.  Daher  möchten  wir  alle  ermutigen  sich  gegen  jede  Form  von  sexualisierter  Diskriminierung  und  Gewalt  zur  Wehr  zu  setzen  und  Kollegen/Kolleginnen  sowie  Studierende  aufzufordern,  betroffene  Frauen (und Männer) zu unterstützen.
 

Formen von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt

Sexualisierte  Diskriminierung  und  Gewalt  umfasst  viele  – oft  auch  subtile  –  Verhaltensweisen  und  Handlungen  wie beispielsweise:

•     entwürdigende sexualisierte Bemerkungen über Personen oder deren Körper
•     sexuell herabwürdigende Gesten oder Verhaltensweisen
•     Exhibitionismus
•     die verbale oder bildliche Präsentation pornographischer oder sexistischer Darstellungen
•     das Nutzen von pornographischen oder sexistischen Internetseiten oder Computerprogrammen
•     unangebrachte und unerwünschte Körperkontakte
•     körperliche Übergriffe bis hin zu Vergewaltigung
•     Stalking
 

Es gibt keine Definition, die festschreibt, was sexualisierte Diskriminierung und Gewalt umfasst und was nicht. Daher ist zunächst das Gespräch mit einer Vertrauensperson und die anschließende Klärung des Einzelfalls  wichtig, um die Situation an der Universität zu verbessern! Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt sind Handlungen, für die der  Täter/die Täterin allein – nicht die betroffene Person – die Verantwortung trägt. "Nein" muss deutlich als "Nein" geäußert und verstanden werden. Daran möchten wir langfristig arbeiten.

 

Rechtlicher Hintergrund

Laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz § 3(4) ist eine „sexuelle Belästigung […] eine Benachteiligung […], wenn ein  unerwünschtes,  sexuell  bestimmtes  Verhalten,  wozu  auch unerwünschte  sexuelle  Handlungen  und  Aufforderungen […], [wie auch] sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen  sexuellen  Inhalts  sowie  unerwünschtes  Zeigen  und  sichtbares  Anbringen  von  pornographischen  Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der  betroffenen  Person  verletzt  wird,  insbesondere  wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.“

Welche Maßnahmen können ergriffen werden?

In Absprache mit der betroffenen Person können nach einer Beratung oder Beschwerde der Situation angemessene Maßnahmen zu Veränderung der Situation gegen den Täter/die Täterin ergriffen werden. Mögliche Maßnahmen sind zum Beispiel:

•     Durchführung eines formellen Dienstgespräches mit dem Täter/der Täterin
•     Mündliche oder schriftliche Belehrung
•     Abmahnung
•     Versetzung, bzw. Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Universität
•     Fristgerechte oder fristlose Kündigung
•     Ausschluss von einer Lehrveranstaltung
•     Hausverbot
•     Exmatrikulation
•     Strafanzeige
 

Auszüge aus dem Faltblatt "Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt"